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Die VM600 IOC4T-Eingangs-/Ausgangskarte ist eine wichtige Signalschnittstellenkomponente innerhalb der VM-Produktlinie und wurde speziell für die Kombination mit der MPC4-Maschinenschutzkarte der VM600-Serie entwickelt. Diese Karte wird an der Rückseite des VM600-Racks installiert und über zwei Anschlüsse direkt mit der Rack-Backplane verbunden. Sie dient als wichtige Brücke zwischen Sensoren, Überwachungssystemen und externen Steuergeräten. Die IOC4T-Karte ist bekannt für ihre robusten Signalverarbeitungsfähigkeiten, flexiblen Konfigurationsoptionen und ihr robustes Design und eine unverzichtbare Komponente für den Schutz von Industriemaschinen und Zustandsüberwachungsanwendungen.
Die IOC4T-Karte bietet 4 Eingangskanäle für dynamische Signale und 2 Eingangskanäle für Drehzahlmesser (Geschwindigkeit), die in der Lage sind, mehrere Vibrations- und Geschwindigkeitssignale gleichzeitig zu verarbeiten. Alle Eingangs- und Ausgangsanschlüsse erfolgen über einen 48-poligen Schraubklemmenblock auf der Frontplatte, was die Feldverkabelung erheblich vereinfacht.
Die Karte enthält 4 programmierbare Relais (RL1 bis RL4), die jeweils als Schließerkontakte (NO) oder Öffnerkontakte (NC) konfiguriert werden können. Diese Relais können per Software jedem spezifischen Alarmsignal zugewiesen werden, z. B. MPC4-Fehler, Sensor-OK-Signal, Alarm oder Gefahrenstatus. Die Relais sind für 250 VAC/5 AAC mit einer maximalen Schaltleistung von 1250 VA ausgelegt.
Bietet 4 analoge Ausgangskanäle (einen für jeden dynamischen Signalkanal), individuell wählbar über Jumper für Stromausgang (4–20 mA) oder Spannungsausgang (0–10 V) pro Kanal. Die Ausgangsgenauigkeit beträgt bis zu ≤ ± 1,5 %, mit einem Linearitätsfehler von ≤ ± 0,5 %, wodurch eine Signalübertragung mit hoher Wiedergabetreue gewährleistet wird.
Über den Open Collector (OC)-Bus oder Raw-Bus des VM600-Racks kann das IOC4T 32 vollständig programmierbare digitale Ausgangssignale an RLC16-Relaiskarten und/oder intelligente IRC4-Relaiskarten innerhalb desselben Racks liefern und so die Relaiskapazität des Systems erheblich erweitern.
Alle Ein- und Ausgänge sind gefiltert und bieten Schutz vor elektromagnetischen Störungen (EMI) und Signalspitzen und entsprechen den relevanten EMV-Standards. Bietet außerdem gepufferte „Rohsignal“-Signalausgänge des Sensors für die anschließende Analyse.
Bietet drei wichtige Steuersignaleingänge:
Alarm-Reset (AR): Durch das Schließen eines Kontakts zwischen DSI AR und DSI RET werden vom MPC4/IOC4T-Kartenpaar gespeicherte Alarme zurückgesetzt.
Gefahrenbypass (DB): Das Schließen eines Kontakts zwischen DSI DB und DSI RET sperrt (umgeht) die Gefahrenrelaisausgänge.
Trip Multiply (TM): Das Schließen eines Kontakts zwischen DSI TM und DSI RET multipliziert die Alarmstufen mit einem per Software konfigurierbaren Skalierungsfaktor und ermöglicht so eine adaptive Überwachung.
Unterstützt den Hot-Swap-Betrieb, sodass Karten bei laufendem System ohne Unterbrechung eingesetzt oder entfernt werden können. Erhältlich in den Versionen „Standard“ und „Getrennte Schaltkreise“, wobei letztere den Normen IEC 60255-5 entspricht und für Anwendungen geeignet ist, die eine elektrische Isolierung erfordern.
Betriebstemperaturbereich: -25 bis 65 °C (-13 bis 149 °F)
Lagertemperaturbereich: -40 bis 85 °C (-40 bis 185 °F)
Betriebsfeuchtigkeit: 0 bis 90 % nicht kondensierend
RoHS-konform. Optionale Schutzbeschichtungsversion für zusätzlichen Schutz vor Chemikalien, Staub, Feuchtigkeit und extremen Temperaturen erhältlich.
CE- und EAC-Kennzeichnung. Entspricht den EMV-Normen einschließlich EN 50081-2, EN 50082-2, IEC/EN 61000-6-2, IEC/EN 61000-6-4 und der elektrischen Sicherheitsnorm IEC/EN 61010-1. Erreicht Safety Integrity Level (SIL) 1 gemäß IEC 61508.
Die IOC4T-Eingangs-/Ausgangskarte fungiert als dedizierte Signalschnittstelle für die MPC4-Maschinenschutzkarte im Slave-Modus und kommuniziert mit dem MPC4 über eine Industry Pack (IP)-Schnittstelle. Das Funktionsprinzip lässt sich in mehrere Hauptaspekte unterteilen:
Die IOC4T-Karte nimmt eine entscheidende Position in der Signalkette ein: Rohsensorsignale werden über die vorderen Klemmenblöcke (J1, J2) eingegeben, durchlaufen die notwendige Signalaufbereitung und den Signalschutz und werden dann über den Backplane-Anschluss P2 zur Verarbeitung an die MPC4-Karte übertragen. Nachdem die MPC4-Karte die Signalverarbeitung (einschließlich Alarmbestimmung usw.) abgeschlossen hat, werden die verarbeiteten Ergebnisse und generierten Signale über die Rückwandplatine an die IOC4T-Karte zurückgesendet und schließlich von der IOC4T-Karte über die vorderen Klemmenblöcke (J2, J3) an externe Systeme ausgegeben.
Dynamische Vibrationssignale (normalerweise von Geschwindigkeits- oder Beschleunigungssensoren) werden über die Klemmenleiste J1 eingegeben. Diese Signale werden zunächst zum EMI- und Überspannungsschutz gefiltert und dann in zwei Pfade aufgeteilt: Einer wird zur detaillierten Analyse direkt an die MPC4-Karte übertragen; der andere wird gepuffert und verstärkt, bevor er als „rohe“ Sensorsignale vom J3-Anschlussblock für externe Aufzeichnungs- oder Analysegeräte ausgegeben wird.
Geschwindigkeitssignale werden über die Klemmenleiste J2 eingegeben, ebenfalls gefiltert und geschützt, bevor sie zur Phasenreferenz und Geschwindigkeitsmessung an die MPC4-Karte übertragen werden.
Aus den verarbeiteten Ergebnissen der MPC4-Karte werden analoge Ausgangssignale generiert. Vier Digital-Analog-Wandler (DACs) auf der IOC4T-Karte wandeln digitale Signale in 0-10-V-Spannungssignale um. Zusätzlich können vier Spannungs-Strom-Wandler die Spannungssignale in 4-20 mA-Stromsignale umwandeln (über Brücke wählbar). Dieses Design ermöglicht Benutzern die flexible Auswahl des Ausgabetyps basierend auf den Feldanforderungen.
Der Status der vier internen Relais (RL1-RL4) wird vollständig von der MPC4-Karte per Software gesteuert. Benutzer können diesen Relais über die VM600 MPSx-Software beliebige Alarm- oder Statussignale zuweisen. Die Relaistreiberschaltung sorgt für die erforderliche elektrische Isolierung und Antriebsfähigkeit, um ein zuverlässiges Schalten zu gewährleisten.
Die DSI-Eingänge arbeiten nach dem Kontakterkennungsprinzip und überwachen den Kontaktstatus zwischen den AR-, DB- und TM-Eingängen und dem DSI RET-Referenzanschluss. Bemerkenswert ist, dass der AR-Eingang flankenempfindlich ist und einen High-Low-Übergang erfordert, um die Reset-Funktion auszulösen. Diese Konstruktion verhindert Fehlfunktionen, die durch Kontaktprellen oder anhaltendes Schließen verursacht werden.
Die 32 programmierbaren Open-Collector-Ausgänge sind über die Rückwandbusse (OC-Bus oder Raw-Bus) mit anderen Relaiskarten im Rack verbunden. Der Status dieser Ausgänge wird von der MPC4-Karte bestimmt, wobei der IOC4T die notwendigen Antriebs- und Isolationsfunktionen bereitstellt. Über Jumper kann der Anwender auswählen, welcher Bus für die Signalübertragung genutzt werden soll.
Die IOC4T-Karte erhält ihre Betriebsspannung (+5 VDC und ±12 VDC) vom VM600-Rack-Netzteil. Der Stromkreis umfasst Filter- und Schutzkonstruktionen, um einen stabilen Betrieb unter verschiedenen Bedingungen zu gewährleisten. Aktuelle Ausgänge verbrauchen zusätzliche Leistung (ca. 0,25 W pro Ausgang), was bei der Berechnung des Systemleistungsbudgets berücksichtigt werden muss.
Durch sorgfältig konzipierte Stromsequenzierungsschaltungen und Signalisolierung unterstützt die IOC4T-Karte die Hot-Swap-Funktionalität. Wenn eine Karte in ein laufendes System eingesetzt wird, schaltet sich der Stromkreis in der richtigen Reihenfolge ein, um Stromstöße zu vermeiden; Wenn eine Karte entfernt wird, werden die Signalleitungen vor der Stromversorgung getrennt, wodurch Signalstörungen vermieden werden.
Eine SLOT-FEHLER-LED-Anzeige gibt eine grundlegende Rückmeldung zum Installationsstatus und hilft Benutzern zu bestätigen, dass die Karte korrekt im Rack-Steckplatz installiert ist. Detailliertere Statusinformationen und Diagnosen erfordern den Zugriff über die MPC4-Karte und die VM600 MPSx-Software.
Die „Separate Circuits“-Version der IOC4T-Karte bietet eine verbesserte elektrische Isolierung mit höheren Isolationswerten zwischen Eingangs-/Ausgangskreisen und zwischen Kanälen und entspricht den Anforderungen der IEC 60255-5. Dadurch eignet sich diese Ausführung besonders für schwere Industrieanwendungen, die eine hohe elektrische Isolation erfordern.
Der IOC4T eignet sich in Kombination mit einer MPC4-Karte hervorragend für folgende Anwendungsbereiche:
Schutz rotierender Maschinen: Vibrationsschutz und Zustandsüberwachung kritischer Geräte wie Dampfturbinen, Gasturbinen, Wasserturbinen, Kompressoren, Lüfter und Pumpen.
Industrielle Prozessüberwachung: Überwachung des Maschinenzustands in Branchen wie Petrochemie, Energieerzeugung und Metallurgie.
Systeme zur vorausschauenden Wartung: Integration mit Zustandsüberwachungssystemen zur Beurteilung des Gerätezustands und zur vorausschauenden Wartung.
Funktionale Sicherheitssysteme: Ausführung von Schutzfunktionen in sicherheitsrelevanten Anwendungen bis SIL 1.
Dynamische Signaleingänge: 4 Kanäle, EMI-geschützt
Drehzahlmessereingänge: 2 Kanäle, EMI-geschützt
Analogausgänge: 4 Kanäle, 0–10 V oder 4–20 mA (Jumper wählbar)
Relaisausgänge: 4 Relais, 250 VAC/5 AAC
Digitale Ausgänge: 32 programmierbare Open-Collector-Ausgänge
Betriebstemperatur: -25 bis 65 °C (-13 bis 149 °F)
Leistungsbedarf: +5 VDC (1,5 W), ±12 VDC (0,7 W + 0,25 W pro Stromausgang)
Anschlüsse: Schraubklemmenblöcke (48 Positionen)
Abmessungen: 6 HE H × 20 mm B × 125 mm T
Gewicht: ca. 0,25 kg







