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Der PP C322 BE ist ein leistungsstarker, universell einsetzbarer programmierbarer Controller, der von der ABB Industrie AG für ihr PSR-System entwickelt wurde. PSR steht für „Programmierbarer Schneller Regler“ und bedeutet, dass das System speziell für industrielle Anwendungen entwickelt wurde, die schnelle und hochpräzise Steuerungsaufgaben erfordern. Der PP C322 BE kann komplexe, dynamische Prozesse bewältigen, wie z. B. die präzise Steuerung von Motordrehmoment, Drehzahl und Fluss in Szenarien wie Stahl, Bergbau, Schiffsantrieb und großen Lüfter-/Pumpenanwendungen.
2. Kernarchitektur und Funktionsprinzip
Das Kernbetriebsprinzip des PP C322 BE basiert auf einer Funktionsblock-Programmiersprache. Hierbei handelt es sich um ein grafisches Programmierparadigma, das komplexe Steuerungsalgorithmen, logische Operationen und mathematische Berechnungen in standardisierten, wiederverwendbaren Funktionseinheiten namens „Funktionsblöcke“ kapselt.
2.1 Funktionsblöcke: Die Bausteine der Steuerung
Jeder Funktionsblock ist ein unabhängiges Softwaremodul, das eine vollständige Funktion ausführt, gekennzeichnet durch:
Grafisches Symbol: Wird in der Programmierschnittstelle als Rechteck dargestellt, mit Eingaben auf der linken Seite und Ausgaben auf der rechten Seite, was ein intuitives Verständnis und eine logische Konstruktion erleichtert.
Standardisierte Schnittstelle: Jeder Ein- und Ausgang verfügt über einen streng definierten Datentyp (z. B. Prozent, Boolescher Wert, Ganzzahl, BCD), wodurch die Datenkonsistenz in Verbindungen gewährleistet wird.
Konfigurierbarkeit: Die meisten Blöcke verfügen über Parameter-Pins, die es Benutzern ermöglichen, das Verhalten anzupassen (z. B. die Proportionalverstärkung eines PI-Reglers oder die Integralzeit einzustellen), ohne die Kernlogik zu ändern.
Erweiterbarkeit: Viele Blöcke (z. B. Addierer ADD und AND-Gatter) verfügen über erweiterbare Eingänge (bis zu 32), die durch grafisches Hinzufügen von Pins erreicht werden können, wodurch die Programmstruktur und die Ausführungseffizienz optimiert werden, ohne dass mehrere Blöcke kaskadiert werden müssen.
2.2 Präzision im Datentypdesign
Der PP C322 BE unterstützt eine Vielzahl von Datentypen, um vielfältige Anforderungen an Steuerungsaufgaben zu erfüllen, was sein präzises Design widerspiegelt:
Boolescher Wert (B): Stellt Wahr/Falsch (1B/0B) dar und wird für die Logiksteuerung verwendet.
Bitset (BS): Ein 16-Bit-Wort, bei dem jedes Bit unabhängig manipuliert werden kann und häufig zum Packen mehrerer boolescher Signale oder zur Darstellung von Gerätestatuswörtern verwendet wird.
Prozent (%): Das primäre Format für die analoge Verarbeitung. Es handelt sich um eine 16-Bit-Festkommazahl im Bereich von -199,9939 % bis +199,9939 %. Diese Darstellung ist ideal für Steuerungssysteme, da sie direkt den Werten pro Einheit oder den Prozentsätzen im gesamten Skalenbereich entspricht. Für einen höheren Dynamikbereich und eine höhere Genauigkeit wird auch 32-Bit-Prozent mit doppelter Genauigkeit unterstützt.
Ganzzahl (I) und lange Ganzzahl (LI): 16-Bit- und 32-Bit-Ganzzahlen mit Vorzeichen zum Zählen und zur Verarbeitung diskreter Werte.
Faktor (K), Millisekunde (MS), Sekunde (S): Spezielle Formate für Zeitkonstanten, Skalierungsfaktoren und Zeitverzögerungen, die die Parametrisierung vereinfachen.
BCD: Wird für den Datenaustausch mit externen Geräten wie Digitalanzeigen oder Daumenradschaltern verwendet.
Wort (H): Ein generischer 16-Bit-Datencontainer.
Die Datentyp-Kompatibilitätsmatrix stellt sicher, dass nur kompatible Typen miteinander verbunden werden können, und verhindert so Datentypfehler auf Sprachebene. Andernfalls ist eine explizite Konvertierung mithilfe der Funktionsblöcke TRAN oder TRANW erforderlich.
2.3 Ausführungsmechanismus und Echtzeitleistung
Das Steuerungsprogramm besteht aus einer Folge von Funktionsblöcken, die der Reihe nach ausgeführt werden. Der PP C322 BE unterstützt Multitasking, einschließlich Interrupt-Aufgaben und einer Hintergrundaufgabe.
Interrupt-Aufgaben: Wird zum Ausführen zeitkritischer schneller Regelkreise verwendet, die präzise durch Hardware-Timer ausgelöst werden (z. B. Timer 0 bei 2000 Mikrosekunden, wie im Dokument erwähnt). Dies ist entscheidend für hochfrequente Reaktionen wie Strom- und Geschwindigkeitsschleifen.
Hintergrundaufgabe: Behandelt Nicht-Echtzeitvorgänge wie Kommunikation, Parameterverwaltung und langsame Logik.
3. Kernfunktionale Kategorien und eingehende Prinzipanalyse
Die wichtigsten Kategorien werden im Folgenden erläutert:
A. Grundlegende analoge und arithmetische Funktionen
Diese bilden die Grundlage für Steueralgorithmen.
Arithmetische Operationen: ADD (Addition/Subtraktion), MULT (Multiplikation), DIV (Division), SQRT (Quadratwurzel) führen grundlegende Mathematik durch. Sie verwenden intern Festkomma-Arithmetik und verarbeiten Überläufe ordnungsgemäß (die Ausgabe ist auf Maximal-/Mindestwerte begrenzt).
Funktionsgenerierung: FCTL (Linear Function Generator) nähert beliebige Kurven durch lineare Interpolation zwischen benutzerdefinierten Haltepunkten (X,Y). FCTP (Polynomial Function Generator) verarbeitet komplexere nichtlineare Beziehungen und berechnet aus Effizienzgründen Polynomwerte mithilfe der Horner-Methode.
Trigonometrische Funktionen: SIN, COS, ASIN, ACOS verarbeiten Winkel direkt (im Bogenmaß, abgebildet auf das Prozentformat). Diese sind für Koordinatentransformationen und Phasenberechnungen unerlässlich. Das Dokument spezifiziert genau ihre Eingabe-/Ausgabebereiche und Überlaufbedingungen, z. B. muss die ACOS-Eingabe > -41,6092 % sein, um zu vermeiden, dass Ergebnisse den Prozentbereich überschreiten.
B. Grundlegende Logik- und Sequenzfunktionen
Implementieren Sie digitale Logik und Sequenzsteuerung.
Logikgatter: AND, OR, EXOR unterstützen Boolesche und Bitset-Formate für kombinatorische Logik.
Flip-Flops: RSFF (RS Flip-Flop, Reset-dominant), TOGFF (T Flip-Flop) zur Zustandsspeicherung.
Timer und Zähler:
MS, MS& (monostabile Multivibratoren): Erzeugen Impulse fester Breite. MS ist nicht retriggerbar, MS& unterbricht den Ausgang, wenn der Eingang niedrig wird. Ihre Timing-Genauigkeit bezieht sich auf die dokumentierte Controller-Zykluszeit.
OND, OFD, OOD (On-Delay, Off-Delay, On/Off-Delay): Wird zur Signalfilterung und Timing-Koordination verwendet.
CNT, PBCNT (Zähler): Implementieren Sie die Ereigniszählung und den Vergleich.
C. Hochintegrierte und Kontrollalgorithmen
Dies verkörpert die Kernleistung des PP C322 BE.
PI-Regler (PI-R0, PI-R1):
Prinzip: Der klassische Regelalgorithmus. Der Proportionalteil (P) sorgt für eine schnelle Reaktion, der Integralteil (I) eliminiert stationäre Fehler. Dabei handelt es sich um zeitdiskrete, digitale Implementierungen. Die Integrationsformel lautet: o(k) = o(k-1) + [i(k) + i(k-1)]/2 * (T0/TN) unter Verwendung der Trapezmethode (Tustin), genauer als eine einfache rechteckige Integration.
Merkmale: Sowohl PI-R0 als auch PI-R1 unterstützen Sollwert-/Rückkopplungsvergleich, Fehlersignaleingang, Ausgangsbegrenzung, Einstellung der Anfangsbedingungen des Integrators und Anti-Windup. PI-R0 bietet zusätzlich unabhängige Integratorgrenzen (UPL-I, LOL-I) und bietet so eine flexiblere Anti-Windup-Strategie.
Koordinatentransformationen (RSTDQ, DQRST, DQPOL):
Prinzip: Kern-zu-Vektor-Antriebssteuerung. RSTDQ wandelt dreiphasige Wechselstromgrößen vom stationären Bezugssystem (R, S, T) in Gleichstromgrößen in einem zweiphasigen rotierenden Bezugssystem (d, q) um. Diese Transformation (bestehend aus Clarke- und Park-Transformationen) wandelt zeitlich veränderliche Wechselstromparameter (z. B. Strom, Spannung) in Gleichstromparameter (Drehmomentkomponente, Flusskomponente) um, die sich ideal für die Steuerung eignen.
Anwendung: DQRST führt die Rücktransformation durch und wandelt d, q Gleichstromgrößen zurück in dreiphasige Wechselstromgrößen zur Erzeugung von PWM-Wellenformen. DQPOL konvertiert kartesische Koordinaten (d, q) in Polarkoordinaten (Magnitude |A|, Winkel PHI), die häufig zur Berechnung der Flussgröße usw. verwendet werden.
Diese Blöcke vereinfachen die Implementierung von FOC-Algorithmen (Field-Oriented Control) in AC-Antrieben erheblich.
Integratoren (INT, INT-I):
INT verfügt über eine Integrationszeitkonstante, die auf einer festen Hardware-Zeitbasis (1 ms oder 1 s) basiert und für eine Integration geeignet ist, die eng mit der physikalischen Zeit verknüpft ist.
INT-I hat einen Integrationskoeffizienten, der sich auf die Zykluszeit der Interrupt-Task (T0) bezieht. Seine Ausgabe ist o(k) = o(k-1) + (T0/TI) * [i(k) + i(k-1)]/2 . Dadurch wird das Integrationsverhalten mit der Programmausführungshäufigkeit synchronisiert, was es in digitalen Steuerungssystemen häufiger und präziser macht.
Digitale Filter (AVG, AVG-M, G2(Z)):
AVG ist ein gleitender Mittelwertfilter, der spezifisches Frequenzrauschen durch Mittelung der letzten N Abtastwerte unterdrückt.
G2(Z) ist eine universelle Implementierung einer Differenzengleichung zweiter Ordnung, die als verschiedene Filter (z. B. Tiefpass, Hochpass, Bandpass) oder sogar als Oszillator konfigurierbar ist. Seine Übertragungsfunktion ist G(z) = (A0 + A1*z⁻¹ + A2*z⁻²) / (1 + B1*z⁻¹ + B2*z⁻²) . Durch Festlegen der Koeffizienten A0-A2 und B1-B2 kann nahezu jedes lineare zeitinvariante diskrete System realisiert werden.
D. Datenmanagement und Kommunikation
Datenkonvertierung: %-BCD, BCD-%, BIBS, BSBI, MERGE, SPLIT übernehmen Konvertierungen zwischen verschiedenen Datenformaten und Bitbreiten und fungieren als Brücke zwischen der Steuerung und der Außenwelt (z. B. Anzeigen, Encoder).
Buskommunikation: RDLA, WRLA werden zum Lesen/Schreiben von Daten im langen Adressraum des B448-Busses (einem proprietären Industriebus von ABB) verwendet. SLAVE-I wird während der Systeminitialisierung verwendet, um die Adresse, Mailbox-Größe und Parameter anderer Slave-Geräte am Bus zu konfigurieren und so die Grundlage für die Systemkoordination mit mehreren Geräten zu bilden.
E. Diagnose und erweiterte Funktionen
Transientenrekorder (TREC): Ein äußerst leistungsstarkes Diagnosetool. Es kann mehrere Signale kontinuierlich mit hoher Frequenz abtasten und bei einer Triggerbedingung (z. B. einem Fehlersignal) Daten vor und nach dem Triggerpunkt aufzeichnen. Diese Daten können regelmäßig für den Anschluss an ein Oszilloskop oder einen Datenlogger ausgegeben werden, was für die Analyse der dynamischen Reaktion des Systems und die Fehlerbehebung bei vorübergehenden Fehlern von entscheidender Bedeutung ist.
Signalinspektion und Parameteränderung (INSP): Dieser Funktionsblock ermöglicht es autorisiertem Personal (über den KEY-Passwortschutz), die Werte aller internen Signale innerhalb der Steuerung, einschließlich Parameter, online zu lesen und zu ändern. In Verbindung mit Serviceeinheiten (z. B. SD A338) bildet es ein leistungsstarkes HMI- und Debugging-Tool.
Zeitüberwachung (TSUP-US, TSUP-MS) und Ereignisaufzeichnung (EVENT): Bietet Systembetriebsüberwachung und First-Out-Fehlermeldung gemäß DIN 19235, die die Reihenfolge des Auftretens von Fehlern klar anzeigt.
4. Entwicklung und Konfiguration
Die Programmierung des PP C322 BE erfordert die Verwendung der PTS-Tools (Programming and Test System Tools) von ABB. Ingenieure nutzen eine grafische Oberfläche auf einem PC, um benötigte Funktionsblöcke per Drag-and-Drop in ein Programm zu ziehen, ihre Ein- und Ausgänge zu verbinden und Parameter einzustellen. Anschließend kompiliert die Toolchain das grafische Programm in vom Controller ausführbaren Code, der über einen Loader auf das Zielgerät (PP C322 BE) heruntergeladen wird.
Das PP C322 BE muss mit der Version der Funktionsbausteinbibliothek übereinstimmen (z. B. C_R1_V20). Neuere Funktionsbausteine (z. B. ACOS, ASIN, BRREL) sind nur in höheren Bibliotheksversionen verfügbar, wodurch Aufwärtskompatibilität und kontinuierliche Funktionserweiterung gewährleistet sind.
| der Kategoriespezifikation | Beschreibung |
|---|---|
| Produktmodell | PP C322 BE |
| System | ABB PSR-System (Programmable Fast Controller). |
| Zielanwendungen | Große AC-Antriebssysteme und andere Industriebereiche, die eine leistungsstarke Echtzeitsteuerung erfordern. |
| Programmiersprache | Funktionsblockdiagramm (FUPLA – Funktionsblockbibliothek) |
| Verarbeitungsarchitektur | Unterstützt Multitasking-Verarbeitung, einschließlich Hochgeschwindigkeits-Interrupt-Aufgaben und einer Hintergrundaufgabe. |
| Ausführungsleistung | Funktionsblock-Ausführungszeiten im Mikrosekundenbereich (Worst-Case), z. B.: • ADD: 1,225 µs + n*0,3 µs • COS: 2,625 µs • PI-R1: 16,300 µs • DQPOL: 28,975 µs |
| Unterstützte Datentypen | Boolescher Wert (B), Bitsatz (BS-16 Bit), Prozent (% - 16/32 Bit), Ganzzahl (I-16 Bit), Lange Ganzzahl (LI-32 Bit), Faktor (K), Millisekunde (MS), Sekunde (S), BCD, Wort (H-16/32 Bit) |
| Kernfunktionsbibliothek | A) Basis-Analog: ABS, ACOS, ADD, SIN, COS, SQRT, DIV, MULT usw. B) Basis-Binär: AND, OR, EXOR, RSFF, MS, OND, OFD usw. C) Kombiniert Analog/Binär: LIM, MAX, MIN, INT, SWI, THRLL, THRUL usw. D) Hochintegrierte Arithmetik: PI-R0/PI-R1-Controller, RSTDQ/DQRST-Koordinatentransformation, G2(Z)-Filter, MUX/DMUX usw. E) Hochintegrierte Logik: DECOD, ENCOD, EVENT, PBCNT usw. F) Sequenzsteuerung: BRREL, LABEL, TRIG usw. G) Datenkonvertierung und -übertragung: %-BCD, BCD-%, BIBS, BSBI, R-IND, W-IND usw. TREC, TSUP-MS, TSUP-US, SME, SLAVE-I usw. |
| Kommunikation & Integration | • Kommunikation mit anderen Geräten (Slaves) innerhalb der Anlage über den Industriebus B448. • Unterstützt Lese-/Schreibvorgänge sowohl im Bus-Kurzadressen- als auch im Langadressenbereich. • Verwendet den SLAVE-I-Funktionsblock, um Slave-Geräte am Bus zu initialisieren. • Online-Überwachung und Parameteränderung über den INSP-Funktionsblock gekoppelt mit Serviceeinheiten (z. B. SD A338, SD B005). |
| Diagnose und Aufzeichnung | • TREC: Hochleistungs-Transientenrekorder, der externe Trigger-, zeitbasierte und unterbrechungsbasierte Abtastmodi für Fehleranalyse und System-Debugging unterstützt. • EVENT: Erste Ereignisanzeige gemäß DIN 19235. • SME: Systemmodul-Fehleranzeige, steuert externe LED und Ausgangspin. • TSUP-MS/US: Millisekunden-/Mikrosekunden-Zeitüberwachung. |
| Speicherkonfiguration | Der interne Datenspeicher unterstützt Funktionen wie den Transient Recorder (TREC). Der insgesamt verfügbare Speicher ist projektabhängig und wird nach der Kompilierung bestimmt. |
| Firmware und Kompatibilität | • Erfordert eine passende Firmware-Version und Funktionsblock-Bibliotheksversion. • Dieses Modell (PP C322 BE) entspricht der Funktionsblockbibliotheksversion: C_R1_V20. • Aufwärtskompatibel, unterstützt ältere und neue Funktionsblöcke. |
| Entwicklungstools | ABB PTS-Tools (Programmier- und Testsystem-Tools) |